Integration 1:5 Böckchen

Wir bitten um Beachtung unserer Nutzungsbedingungen, insbesondere die Einhaltung eines respektvollen Umgangs miteinander. Danke.
  • Wir haben leider gerade einen Single-Mann, den wir gerne in ein auch für uns relativ neues Rudel integrieren möchten.

    Humboldt hat leider in ziemlich kurzer Folge zwei Brüderchen (Mortimer und Albert) und einen Rudelfreund (Dante) verloren; die Brüderchen wurden plötzlich sehr krank, so dass wir sie erlösen mussten, Dante ist sagenhafte drei Jahre und drei Monate alt geworden und durfte, dennoch sehr schweren Herzens, gehen.

    Von einer Familie haben wir vor einigen Wochen eine Fünfer Rasselbande aufgenommen - sie hatten weiteren menschlichen Zuwachs bekommen und konnten sich nicht mehr adäquat um die Fellnasen kümmern.

    Humboldt und seine Brüder hatten wir damals aus dem Tierheim erlöst, er dürfte jetzt ca. anderthalb Jahre sein, die Glorreichen Fünf ca. ein Jahr. Untergebracht sind sie in zwei getrennten Zimmern mit viel Platz und Auslauf.

    In den ersten Begegnungen der Inti lief es so, dass Humboldt extrem ängstlich war und einfach einfror. Von den Fünfen wurde er sofort aggressiv bedrängt. Wir haben daher das Setup angepasst, da wir damit schon einmal eine gute Erfahrung gemacht haben, als ein Bock einen anderen immer wieder beißen wollte (es brauchte seine Zeit, doch irgendwann legte es sich und die beiden freundeten sich an):

    Setup:
    Badezimmer als neutraler Ort, Decke auf dem Fußboden, kein kleinerer/abgetrennter Bereich, meist so gegen 21 Uhr, seit acht Tagen.

    Keiner der Fünf würde Humboldt nicht beißen, d.h. mit allen kam es schon zu einem Knäuel.

    Daher sind wir zu zweit jetzt stets dabei und begleiten mit unseren Händen die Begegnungen und trennen, sobald es sich klar andeutet, aggressiv zu werden.

    Humboldt ist nach drei Tagen aufgetaut und geht seither offen und neugierig auf die anderen zu, er ist null aggressiv und sehnt sich nach Kontakt. Doch von den Fünfen würden weiter alle böse zuschnappen, wenn wir nicht wären (was manchmal trotzdem noch abgeschwächt vorkommt, wenn wir zu langsam sind). Humboldt verkriecht sich dann erst einmal wieder bei uns. Es gab in Begegnungen auch schon (für uns neu) slow Motion Bisse: ein anderer biss zu und zog an Humboldts Fell/Haut; er war natürlich not amused und quieckte. Nach ein paar Minuten liegen die Fünf dann an der Tür und möchten "nach Hause". Nähert sich Humboldt, gehen gleich wieder ein oder zwei auf ihn los. Nur einmal hat Humboldt bei einem der Fünf für einen Moment Fellpflege betreiben können, ohne das etwas passierte (wobei ich mich frage, ob der andere überhaupt kapiert hat, dass er von Humboldt bearbeitet wurde).

    Jetzt fragen wir uns:
    - Sollten wir doch einen kleineren Raum abstecken?
    - Nicht alle Fünf auf einmal zu Humboldt setzen?
    - Andere Uhrzeit, vielleicht vormittags, wenn sie eher müde und lustlos sind?
    - Oder so weitermachen und die Zeit arbeiten lassen?

    Und scheint, dass Humboldt sehr profitiert von diesen Begegnungen (solange sie friedlich sind), er ist danach immer euphorisch und ist auch uns gegenüber offener.

    Oder (gerade ein neuer Gedanke) sollten wir Humboldt erst einmal mit zwei ganz anderen vergesellschaften und die Drei dann mit den Fünfen? Er hat es allein schon ziemlich schwer, denken wir.

    Wie schätzt ihr das ein?

    Schöne Grüße

  • Oder (gerade ein neuer Gedanke) sollten wir Humboldt erst einmal mit zwei ganz anderen vergesellschaften und die Drei dann mit den Fünfen? Er hat es allein schon ziemlich schwer, denken wir.

    Wenn Ihr die Möglichkeit habt, drei Rudel zu halten, wäre das meiner Meinung nach die beste Lösung. Dann würde der Bub hoffentlich zeitnah wieder Gesellschaft bekommen.


    Warum sind die fünf Jungs denn so aggressiv? Spielen da noch die Hormone eine Rolle? Oder die Herkunft?

    Liebe Grüße
    Sabine mit den 2 Labori Jungs Benedikt und Gabriel uind den 5 Hessen Jungs Fabian, Robin, Elmar, Helmut und Paul :love:
    Unvergessen und ewig im Herzen Fridolin, Olaf, Hugo, Gustav, Rudi, Monnie, Emil, Ludwig, Eddie, Kai-Uwe, Florian, Oskar, Viktor, Benni, Simon, Jakob, Moritz, Oliver, Arno, Arthur, Alfred, Antonin, Capper, Hoodie, Cap, Giesbert, Rüdiger, Heribert, Günnie, Eliah, Kalle, Clemens und Noah :kerze:
    :hug:

  • Oder (gerade ein neuer Gedanke) sollten wir Humboldt erst einmal mit zwei ganz anderen vergesellschaften und die Drei dann mit den Fünfen? Er hat es allein schon ziemlich schwer, denken wir.

    Das wäre sicher eine Option damit der Humdoldt Verstärkung hat.

    Zunächst nur ein oder zwei der Neuen zu Humboldt kann ich mir aber auch gut vorstellen. Das wäre sicher auch für euch einfacher zu handhaben. Etwas enger abstecken oder die Badewanne hat sich bei uns auch bewährt. Allerdings kann Badewanne auch stressig werden weil man dann irgendwann nur noch Ratten vom Rand pflückt und die Integration damit gestört wird. Auf der anderen Seite kommt man da immer ganz gut an die Ratten dran.

    LG Beate :)


  • - Sollten wir doch einen kleineren Raum abstecken? Ja. Ich fange auf 30x30 oder 30x70 je nach Menge der Ratten an.
    - Nicht alle Fünf auf einmal zu Humboldt setzen? Nein.
    - Andere Uhrzeit, vielleicht vormittags, wenn sie eher müde und lustlos sind? Ja, hat bei mir oft Wunder gewirkt.
    - Oder so weitermachen und die Zeit arbeiten lassen? Siehe oben.

    Meine Meinung. :)

    Badewanne hat bei uns in 18 Jahren noch nie geklappt.

  • Interessant, xharuhix habe noch gar nicht mitbekommen auf welch anderer Fläche Du agierst.

    Müsste hier genug Inti Tagebücher von mir geben. Ich nutze Songmics oder meine Eigenbauten.

  • Eine Nachfrage zum Verständnis xharuhix du hattest geantwortet

    "- Nicht alle Fünf auf einmal zu Humboldt setzen? Nein."

    Meinst du, wir sollten alle 5 auf einmal zu ihm setzen? Oder meinst du "Ja", nicht alle 5 auf einmal zu Humboldt setzen?

  • Vielen Dank für eure Ideen und Erfahrungen.

    Warum sind die fünf Jungs denn so aggressiv? Spielen da noch die Hormone eine Rolle? Oder die Herkunft?

    Warum die Fünf so auf Humboldt losgehen und keiner wirklich friedlich ist, entzieht sich unser Vorstellungskraft und bisherigen Erfahrungen.

    Bei der Familie zuvor hatten sie es, so war zumindest unser Eindruck, gut, doch ist ein Rudel ja ein komplexer Organismus, so dass dieser Eindruck letztlich nur ein ganz kleiner ist. Sie hatten definitiv zu viel und permanent Futter, die reichhaltigsten und leckersten Sachen, alle waren/sind übergewichtig und wir arbeiten noch immer daran, sie in leichtere Bahnen zu lenken.

    Wie sie erzählten, haben sie die Fünf von einem "Züchter", es waren wohl die letzten fünf, so dass es ihnen schwer gefallen wäre, sie zu trennen und eben alle Fünf genommen haben.

    Die Fünf untereinander vertragen sich überwiegend sehr gut, es fiel uns anfangs schwer auszumachen, wer der Anführer sein könnte, eher, wer es wahrscheinlich nicht ist. Am ehesten zeigt es sich natürlich jetzt beim Futtern, da wir die Mengen momentan vorgeben/rationieren, damit sie langsam abnehmen; wir kontrollieren das Gewicht alle fünf bis sieben Tage.

  • Müsste hier genug Inti Tagebücher von mir geben

    Guter Hinweis, danke. Wir werden uns hier auch noch weiter einlesen.

  • Wir schauen uns gerade nach ein oder zwei anderen Rattenjungs um, evtl. gibt es einen hier im Tierheim. Mal sehen, ob wir dieser Option Raum geben, Humboldt erst einmal mit jemand anderem zusammen zu bringen und dann später mit den Fünfen.

    Einen kleineren Raum werden wir auf jeden Fall probieren, Badewanne scheint praktisch, uns nur irgendwie spontan nicht ganz sympathisch.. legt ihr eine Decke hinein? Es wird sie stressen, könnte ich mir vorstellen, andererseits könnte das wiederum von der Aggression ablenken? 🤔

    Zunächst nur ein oder zwei der Neuen zu Humboldt kann ich mir aber auch gut vorstellen.

    Wie könnte das genau oder auch nur in etwa aussehen?

    Zuerst nur ein oder zwei zu Humboldt, eine komplette Inti lang, bis sie ein Rudel sind? Und dann wiederum mit dem Rest der Fünf integrieren?

    Oder immer nur ein oder zwei zu Humboldt, ein paar Minuten, dann die nächsten? Oder einen Tag die ein/zwei, am nächsten Tag die nächsten..? 🤔

    Och mensch, warum können die sich nicht einfach alle cool finden und sich lieb haben? Es gab mal eine Ratte bei uns, die wollte von diesem ganzen Gerangel und Agro-Hierarchie-Gedöns nichts wissen, die ist auf alle zugegangen "Hallo, ich bin Frieda, wer bist du? Lass uns Freunde sein und kuscheln!"

  • xharuhix über die doppelte Verneinung bin ich auch gestolpert. Bei uns hatte es öfters schon geholfen, wenn wir erst mal ein/zwei Neue zur alten Truppe in die Inti gesetzt haben, nach ein paar Tagen, je nach Verlauf, dann nochmal ein oder zwei rein. Bis alle durch waren und alle an der Inti zusammen waren.

    LG Beate :)

  • Ich würde immer erst die ganze Bande aufeinander treffen lassen und nicht zu früh in Etappen integrieren. Also nein, ich würde lieber ALLE zusammensetzen. In meiner Erfahrung nehme ich einzelne nur raus, wenn sie im späteren Verlauf Probleme machen, deutlich zeigen dass sie mit der Zeit überfordert sind (während die anderen damit total Chico sind) oder sie krank sind. Man kann auch Problemkandidaten kurz am Anfang reinsetzen und dann rausnehmen, während die anderen weiter Inti machen.

    Für die ersten Kennenlerntage würde ich es nicht unbedingt machen.

    Edited once, last by xharuhix (May 2, 2026 at 2:28 PM).

  • Bitte reduziere das Futter nicht!

    Du kannst einen hängenden Napf verwenden, sodass sie hichklettern müssen um an Futter zu kommen oder du kannst das Futter zwischen Papierschnipseln oder Maisgranulat verstreuen, sodass sie suchen müssen, aber Futter muss immer vorhanden sein.

    Besonders reichhaltige Bestandteile des Futters kannst du vorher rauspicken und rationiert verteilen. Wenn du artgerechte Mischungen kennst, die bei den Jungs nicht so gut ankommen, kannst du auch die Füttern, sodass sie auch nur aus Hunger fressen und nicht weil es lecker ist. Auch beim Frischfutter kannst du auf Kaloriendichte achten.

    Im Auslauf kannst du sie mit einer Katzenangel von einem Ende zum anderen jagen lassen.

    Ratten haben einen sehr schnellen Stoffwechsel und müssen sehr häufig am Tag fressen. Es muss immer Futter da sein. Es darf absolut unbeliebtes Futter sein das nur der Hunger reintreibt und es darf ein wenig Aufwand erfordern da ranzukommen, aber es muss immer da sein.

    So eine Ressourcenknappheit kann sehr gut auch zur Spannung beitragen. Wenn jetzt schon nicht genug Futter da ist aus Sicht des Rudels, wie soll es dann noch für einen weiteren Buben reichen?

    [color=#800080][/color][color=#800080][/color][color=#FF0000]
    [/color] :laola:

    [color=#000000][/color]

  • Danke, toll, auch da sind gute Aspekte dabei, die wir bedenken werden. Beim Frischfutter haben wir das auch schon berücksichtigt.

    Nur zur Klärung: sie bekommen nicht zu wenig und zu selten Futter. Wir haben die Möglichkeit, sehr aufmerksam zu sein und sehr oft bei ihnen zu sein, um ihnen Futter zu geben. Und vor einer Zusammenführung bekommen sie immer etwas, damit sie nicht hungrig auf neue Gesellschaft treffen; sie haben so in der letzten Woche sogar wieder zugenommen.

    Wir füttern das Tima Rattima, das mögen sie dafür leider zu sehr. Die besonderen Leckerbissen füttern wir aus der Hand.

  • Tima macht fett, aber wir füttern es auch 24/7. Ratten kann man nicht wirklich auf Diät setzen, nur Reize geben damit diese sich mehr bewegen. Bedenke, dass der Magen einer Ratte etwa einen TL umfasst, ihr Metabolismus extrem schnell ist und sie etwa alle 2h essen brauchen.

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!