Hardcore-Rudelzicken als mobbende Mädelsgang bei ALLEN Integrationen und Ratten

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  • Guten Abend,

    mich würde eure Meinung zu meiner mittlerweile total verzwickten Situation interessieren. Ich halte seit über 15 Jahren Ratten und zwar bevorzugt die "Nicht-Integrierbaren", die Schüchternen, Beißerchens, Kranken, etc. – also Tierschutzratten, die andere "zu wenig niedlich/einfach" finden – aus Tierheimen, Laboren, privaten Notfällen, etc. Bislang konnte ich früher oder später immer alle integrieren, auch mit Teil-Integrationen, Rudel-Trennungen etc. Ich habe quasi alles durch. Dachte ich.

    Ich muss leider ein bisschen ausholen, weil die Dynamik sehr komplex ist.

    Ich hatte jahrelang ein bunt gewürfeltes und trotzdem funktionierendes Rudel – Tierheimratten, eine Futterratte (Snoopy), eine gerettete Privatratte (Ivy) und einige Laborratten, darunter Idefix und Asterix. Irgendwann starben alle außer eben Snoopy, Ivy, Idefix und Asterix. Alle waren schon um die 2 Jahre alt. Ivy bekam leichte HHL plus evtl. leichte Demenz, Snoopy hatte offenbar ein verdecktes Herzleiden. Snoopy und Idefix waren übrigens meine absoluten Seelenratten, wobei das gesamte alte Rudel ein Traum war.

    Da ich lange Zeit selbst im Tierschutz aktiv war, übernahm ich schließlich sechs Laborratten. Erst wollte ich nur 3 nehmen, aber da das Labor stresste, wurden es eben sechs. Die Ratten aus diesem Labor gelten eigentlich als total zahm und leicht zu integrieren. Nur meine? Sie knifften mich von Tag 1 an, teilweise blutig. Allerdings meistens nicht aggressiv – eher so ein: "Was bist du? Ok, vorsichtig mal reinbeißen." Und zwar alle sechs. Gut, damit kann ich mich arrangieren. Hatte zwar noch nie 6 Beißerchens gleichzeitig, aber das Verhalten an sich ist mir nicht fremd. Also gab es sanfte Annäherungsversuche und ich habe einfach versucht, Zehen und Finger in Sicherheit zu bringen (hochheben lassen sich 5 von 6 problemlos, auch streicheln).

    Nun stand die Inti an. Ich wende je nach Rudeldynamik unterschiedliche Methoden an (Badewanne, Transportbox, Inti-Käfig, neutraler Raum). Die besten Erfahrungen hatte ich meist mit der Inti-Käfig-Methode gemacht. Die ersten beiden Versuche mit meinem alten Rudel klappten jedoch nicht. Alle, sogar Asterix, der ein kräftiger Rudelwächter war, legten sich mit den 6 Zicken lieber nicht an. Und Snoopy... Snoopy hatte seitdem neurologische Ausfälle und starb 2 Wochen nach den ersten Inti-Versuchen. Das war mein Fehler, ich hatte die Situation unterschätzt und den versteckten Herzfehler nicht rechtzeitig bemerkt (das fand man erst am Tag des Einschläferns heraus), da er davor nie Symptome zeigte und nie krass Stress hatte.

    Die 6 Laborzicken mobbten Snoopy systematisch (das habe ich so konsequent erst ein einziges Mal erlebt): Snoopy saß am Futternapf und fraß. Dann kam Zicke 1 und schmiss ihn in den Napf hinein. Sofort kam Ratte 2, drehte ihn auf den Rücken und fixierte ihn am Bauch. Die restlichen 4 standen um den Napf herum, damit er nicht flüchten konnte, und sobald er es versuchte, legte sich eine dritte über ihn. Das ist die Dynamik dieses Rudels. Saß meine alte Ivy-Omi auf der Toilette, kam eine Laborzicke und kniff sie ganz fest in den Hintern, sodass meine Omi taumelte und panisch aus dem Käfig wollte (und das, nachdem der erste Inti-Versuch eigentlich so wirkte, als habe alles geklappt). Sie haben null Respekt vor älteren, kranken oder zarten Ratten. Ich trennte die Laboris also wieder von meinem alten Rudel.

    Dann starben alle aus meinem alten Rudel altersbedingt, bis auf Idefix. Es mussten Kumpels her, und so rettete ich eine Futterratte: Moritz. Er war zwar jünger als gedacht, verstand sich aber mit dem Opi sehr gut, und der blühte noch einige Wochen auf. Ja, ich weiß, Paarhaltung ist suboptimal, aber der Opi war durch die Laborzicken schon so verschreckt und wirklich sehr alt, dass ich ihm für die letzten Wochen einfach eine Ratte suchte, mit der es sofort harmonierte. Eigentlich hätten es 3 Opis aus einem Tierheim sein sollen, aber das Tierheim hatte mir Parasiten-Checks verweigert, fand meine Maximus-Voliere für 5 Ratten zu klein und meinte, ich brauche gar nicht erst zu kommen... Ich kenne die Tierschutzszene hier durch meine Ausbildungen gut und habe mir genaue Pläne überlegt – die aber alle komplett anders verliefen. Also kam Moritz zum Opi. Der Opi blühte auf, Moritz war in Sicherheit. Alles gut.

    Dann starb der Opi und Moritz war alleine. Ich nahm ihm schnell zwei neue Notfellchen dazu, etwa 5-6 Wochen alt (Moritz war da etwa 12 Wochen alt). Da er ein Riese ist, wartete ich mit der Inti noch etwas ab. Dummerweise starb eines der beiden Notfellchen urplötzlich (laut Tierarzt ebenfalls ein Herzfehler). Nun war das zweite Notfellchen, Mogli, ebenfalls alleine. Ich habe dann, als Mogli größer wurde, versucht, Mogli und Moritz zusammen zu integrieren, um sie später als Duo mit den Mädels zu vergesellschaften. Aber Moritz hasste Mogli von Anfang an so sehr, dass er ihn schon beim 1. Versuch vermutlich schwer verletzt hätte, hätte ich sie nicht SOFORT wieder getrennt. Moritz war (und ist) Mogli gegenüber total aggressiv, obwohl beide kastriert sind.

    Nun dachte ich mir: Ich splitte das Zickenrudel in 3/3 auf. Ich setze die 3 harmlosesten zu Mogli, und die 3 zickigeren zu Moritz, weil Moritz inzwischen groß und stark ist und sich wehren kann.

    Mit Moritz und seinen 3 Zicken klappt es auch. Ich bin gerade in der Integration. Am 1. Tag bekam er zwar Panik, am 2. Tag checkte er aber, dass er stärker ist, wies die Weibchen in die Schranken und ist von deren Anwesenheit jetzt zwar genervt, aber nicht verzweifelt. Er darf fressen und trinken und entspannt sich zwischendurch. Diese Konstellation funktioniert also.

    Nur mit dem noch immer recht kleinen Mogli läuft es fatal. Selbst die 3 "gutmütigsten" Mädels beginnen nun, ihn systematisch zu mobben. Anfangs lief es total gut, er durfte im Inti-Käfig den Mädels nachlaufen und sie beschnuppern. Doch urplötzlich kippte die Stimmung und er darf gar nichts mehr. Er darf nur noch in einer Käfig-Ecke sitzen. Er wird sofort zurückgejagt, wenn er all seinen Mut zusammennimmt und leise zum Napf schleicht. Wenn ich ihn aus dem Inti-Käfig herausnehme und wieder hineinsetzen will, sträubt er sich mit Händen und Füßen gegen meine Hand und zittert am ganzen Körper. Es ist herzzerreißend. Blutig gebissen wurde er noch nicht. Die Mädels sind untereinander auch so rau, sie kennen diesen Umgangston. Aber Mogli ist extrem sensibel und treudoof. Ein zutiefst sozialer, sanfter Zeitgenosse, der einfach nur friedlich Kontakt knüpfen will.

    Ich persönlich würde nun wie folgt handeln:

    • Moritz bei seinen 3 Weibchen lassen und diese Inti fortsetzen, denn dort klappt es.
    • Die Integration von Mogli abbrechen. Die 3 Weibchen, die bei ihm saßen, ziehen wieder als Dreiergruppe fest zusammen.
    • Für Mogli zwei neue Ratten in seinem Alter dazu holen, die als sehr sanft gelten. Erst Mogli mit den neuen Jungs vergesellschaften, damit er ein stabiles, eigenes Rudel hat. Und erst viel später, wenn er erwachsen und selbstsicher ist, noch einmal einen Versuch mit den Mädels wagen.

    Mein Partner hingegen, der die Ratten wirklich liebt, aber oft sher pragmatisc ist, meint: "Das sind Tiere, sie haben sich nie blutig gebissen. Mogli muss lernen, seine Angst zu überwinden. Wenn du ständig Integrationen abbrichst, nur weil er Angst hat und zittert, zerstörst du alles, was an Inti aufgebaut wurde. Da muss er jetzt ohne Häuschen durch."

    Ich stehe nun davor und sehe ein Jungtier, das sich kaum noch ans Gitter traut (obwohl er sonst sofort freudig angelaufen kam), das meine Hand sucht, an mir hochklettert und unter keinen Umständen zurück in den Käfig will. In der Transportbox lassen sie ihn mittlerweile in Ruhe, aber sobald es in den Käfig geht, wird er kollektiv belagert und in der Ecke isoliert, bis er resigniert.

    Ich habe sogar schon überlegt, Mogli in ein völlig stressfreies Zuhause abzugeben, weil ich nur das Beste für ihn will – auch wenn es mir das Herz brechen würde, da er mir extrem ans Herz gewachsen ist.

    Ich würde hier, auch wenn es bislang nicht blutig war, einen Schlussstrich ziehen, da der psychische Druck auf das Jungtier enorm ist. Oder bin ich zu sensibel? Würdet ihr ähnlich vorgehen oder ganz anders?

    Liebe Grüße
    Stupsnaeschen

  • Nachtrag: Er hat sich jetzt HINTER der Toilette versteckt, weils kein Häuschen gab, und sich sehr, sehr bereitwillig aus dem Inti Käfig nehmen lassen. Ich werde jetzt abbrechen und dann ... ich denke, neue kleine sanfte Kumpels für ihn wären in Ordnung?

  • Hallo!

    Das klingt ja nicht so toll. Wir nehmen ja seit langem auch nur noch Ratten aus Tierheimen und hatten auch schon einige Problemfelle, aber zum Glück noch nicht so extrem. Ich halte Deine Vorgehensweise für besser als das was Dein Partner vorschlägt. Deine Laboris scheinen ja ziemliche Schläger zu sein, riechen wahrscheinlich die Krankheiten und Schwächen und nutzen das aus. In dem Umfeld wird der Kleine niemals auch nur ansatzweise glücklich und ihm die Inti weiter anzutun würde ich in der Situation schon als Tierquälerei sehen. Wenn Du die Kapazitäten hast würde ich weitere geeignetere Rätze zu dem Kleinen dazu nehmen, ansonsten würde ich ihn schweren Herzens abgeben. Eine weitere Alternative wäre natürlich welche von den Laboris wieder abzugeben. Aber wer will schon solche Schlägerinnen?

    Wir haben übrigens gerade eine Diskussion zum Thema Kastration laufen. Vielleicht magst Du dich da auch mit einbringen.

    LG

    SternFuchs*

  • Hallo und willkommen,

    Ich werde jetzt mal ein paar negative Worte loswerden, tut mir leid. Ich meine das sicher nicht so hart, wie es klingt, aber die Kritik ist trotzdem wichtig.

    Du hältst seit 15 Jahren Ratten und integrierst dennoch teils mit Trabo-Methode. Dann wundert es mich nicht, dass es bei dir hinterher so knallt. Das war dann einfach keine erfolgreiche Integration.

    Außerdem schreibst du, dass du mit der Inti der Notfellchen für Moritz gewartet hast, weil ER so ein Riese ist. Das ist in meinen Augen auch nicht ganz richtig, deine Neuzugänge waren mit 5-6 Wochen noch viel zu unerfahren um integriert zu werden. Das Revierverhalten bildet sich erst bei gut sozialisierten Ratten (!) ab der 12. Woche und auch da kann es Spätzünder geben. Das war in meinen Augen dennoch zu früh.

    Die Zicken hätte ich ebenfalls nicht gesplittet, denn funktionierende Rudel teilt man hinterher nicht auf.

    Wie kann es am zweiten Tag deiner Inti schon Wasser und Futter geben? Sie sollte im kleinen neutralen Bereich ohne jegliches Zubehör für wenigen Sekunden/Minuten starten.

    Was ist eine Käfig-Inti? Klingt für mich nach Trabo-Inti mit mehr Platz.

    Dein Partner denkt mir zu menschlich, so funktioniert das nicht. Sie werden ihn früher oder später blutig beißen oder gar töten. Hör auf dein Gefühl.

    —-

    Ich mache mich damit zwar unbeliebt bei dir, aber ich habe deinen Text sehr sorgfältig gelesen und meine Alarmglocken schlugen eigentlich immer wieder auf: Du integrierst nicht richtig und solange du das nicht anpasst, wirst du weiter Rückschläge haben.

    Ich meine das wirklich nicht böse, aber ich kann es dir leider nicht anders sagen.

    Liebe Grüße

    Ann-Katrein

  • Hallo SternFuchs,

    erst mal danke fürs Lesen des langen Textes und für Deine Antwort! :)

    Ich hab ja mein Herz an schwierigen Rattis verloren. Ich hab ja auch meine Zickenbande lieb. Zu mir sind sie ja auch echt goldig und das Kneifen/Beißen ist ... äh ... ihre Form der .... Zuneigung. 8o;)

    Sie haben alle süße Namen aber eigentlich hätte ich sie eher so Vampirella, Draculina usw. nennen sollen. ^^. Sie lieben es, auf mir rum zu klettern, boggeln sogar, wenn sie gestreichelt werden, und dann irgendwann so: "Hm. Aber eigentlich können wir das Frauchen jetzt aus dem Nichts auch mal in den Finger beißen. Oder in den Bauch. Oder ... egal, wohin." :S

    Was die Unverträglichkeit mit anderen Ratten betrifft:

    Ich hatte tatsächlich kurz mal in einer der Verzweiflungs-Intis überlegt, sie wieder abzugeben, was irgendwie ... paradox war, weil ich damals selbst ein Teil der Vermittlungshilfe war. :D
    Und: Ich hab eigentlich ein Prinzip in meiner Rattenhaltung, und die ist, JEDEM Tier eine Chance zu geben und keines herzugeben, nur weils man unbequem wird, sondern für alle lebenslang da zu sein. Deshalb wäre es, mal so objektiv betrachtet, wenn, viell. eher für Mogli besser, weil so eine Ratte eben, wie Du schreibst, lieber aufgenommen würde als Zicken.

    Wobei man das vielleicht auch gar nicht verallgemeinern kann. Und wenn ich z.B. 3/3 oder 2/2/2 abgeben würde (in bestehende Rudel), dann würden sie vielleicht woanders völlig von vorne anfangen und weniger fies sein, so als Neulinge. Schwierig.

    Nun meinte vorhin übrigens selbst mein Partner, als Mogli so hinter der Toilette saß. "Na gut, nimm ihn raus und brich lieber ab ..." Und das tat ich auch. E ist schon wieder ziemlich der Alte - aufgeweckt, neugierig, zutraulich, aktiv. PUH.

    Die Kapazitäten für zwei weitere Ratten habe ich noch. Die waren für Mogli sowieso eingeplant gewesen, die eine starb eben leider abrupt. Ich halte mir immer so 1-2 Notplätzchen frei für irgendwelche Plan Bs (oder so wie hier ... Plan Y oder so. ;)).

    Vielen Dank für Deine Meinung und Deine nette Antwort und Erfahrungen. Sehr schön, dass auch Du ein Herz für Tierheimtiere hast. :love:

    Ich muss ja dazu sagen, dass die meisten Tierheim- und Labortiere die cih bislang hatte, relativ pflegelicht waren, einige sogar totale Anfängerratten. Aber meine Mädchengang hier, die ist, ähem ... speziell. ;)

    LIebe Grüße
    Stupsnaeschen

  • Hallo Stupsnäschen,

    Erstmal, :welcome2: hier.

    Ich hab zwar selbst noch keine Inti gemacht, lese hier aber alles mit und auch anderweitig von einer rattennärrischen Halterin.

    Laboris werden in Boxen gezüchtet, Grösse ca. Kleine Zeitungstitelseite. Das weisst Du wahrscheinlich. Bei Käfigreinigung der Boxenwechsel, je nach Pflegepersonal am Schwanzl hoch gehoben und das je nach Person zügig, aber RELATIV sanft oder evtl. richtig grob rüber gesetzt. Eine Person reinigt ca. 800 Käfige/Tag. Also daher wahrscheinlich das Beissen und eben auch das ablehnen von Fremden, weil sie in ihrem Käfig wenigstens Ruhe behalten wollen. Und Labortiere sind in sehr unterschiedlichen charakterlichen Linien gezüchtet.

    Ich bin kein Rattenprofi, habe aber von Maus über Pinguin bis zur Giraffe schon sehr viele Tiere mit Zuwendung, oft auf Gegeseitigkeit versorgt.

    Zur Inti kann ich Dir wärmsten empfehlen hier im Bereich Tagebücher Dir die von möwe und Schokohexe zu schnappen und durchzulesen. Sehr interessant die jeweiligen Anfangskennenlernzeiten und die Ausstattung der Areale. Da hab ich selbst gestaunt. Andere User sind sicher auch sehr gut, aber die hab ich grad nicht mit Intis so im Kopf. Die beiden genannten Userinnen und auch andere können Dir sicher helfen, ab welchem Datum so eine Inti in ihrem jeweiligen Tagebuch zum Lesen anfängt. Oder per Suchwort auf der Startseite nach Integration/Inti/Tag 1 suchen.

    Ich sags mal so: Die Intibereiche sind neutrale Bereiche ohne Wohnutensilien. So wie wenn sich Rudel unterwegs beim Umherstreifen treffen. Bei den Intis aber räumlich kanalisiert und zeitlich erst sehr begrenzt, weil die Rudel ja zusammen wachsen sollen und keine Rivalisierung entstehen soll. Neue Rangordnung muss natürlich leidlich geregelt werden.

    Ich hoffe, wir können Dir helfen.

  • Hallo Ann-Katrein,

    danke für deine Sichtweise. Ein paar Eckdaten aus meinem Text wurden aber vermutlich etwas missverstanden:

    Ich habe die Neulinge eben nicht mit 5–6 Wochen integriert. Ich habe geschrieben, dass ich mit der Inti gewartet habe, gerade weil sie noch so jung waren. Da sind wir also offenbar völlig einer Meinung. Moritz ist zwar nicht so viel älter, aber wirklich ein Riese.

    Ich verwende auch nicht stumpf die Transportbox-Methode, sondern variiere, passe an und schaue, was für die jeweilige Dynamik am besten funktioniert. Das Badezimmer, häufig mein neutraler Kennenlernraum, kann ich derzeit wegen Ameisenködern nicht verwenden. Daher wurde es in diesem Fall eine Kombination aus erstem schrittweisen Kennenlernen in der Transportbox und später schrittweiser Integrations-Käfig-Methode: also ein Käfig, der nach und nach mehr Ausstattung bekommt bzw. später der endgültige Käfig, der ebenfalls nach und nach ausgebaut wird.
    Diese Methode klappt meiner Erfahrung nach gerade auch bei schwierigen Rudeln teilweise recht gut und wird so oder ähnlich mitunter auch in der Nothilfe angewandt. Natürlich hat auch diese Methode Nachteile, so wie jede andere Methode auch. Ich hatte mit Mogli zuvor auch andere Varianten ausprobiert, die ebenfalls nicht klappten, unter anderem ein Treffen auf neutralem Raum in einem neutralen Zimmer. Da hatte ich das kleine Ameisenproblemchen noch nicht. ;)
    Ich bin bei den Integrationen permanent anwesend und beobachte sehr genau. So kann ich jederzeit eingreifen und die Methode u.U. ändern, abbrechen, variieren.

    Zum Thema Futter/Wasser: Die Tiere saßen zu dem Zeitpunkt im Inti-Käfig, nicht in einer Box. Wasser stelle ich grundsätzlich immer zur Verfügung, weil es ein Grundbedürfnis ist. Es nicht zu tun, halte ich - insbesondere bei sommerlicher Hitze und in stressigen Situationen - für fahrlässig.

    Das Mädelsrudel hat leider nicht gesund „funktioniert“, sondern andere Rudelmitglieder gefährdet. Ein Splitting in ursprüngliche oder kleinere Gruppen ist bei extremen Verhaltensauffälligkeiten ein gängiges Mittel, um Einzelhaltung zu vermeiden und akute Dynamiken abzumildern. Und dieser Fall ist wirklich mit keinem einzigen meiner bisheigen zu vergleichen, den ich bislang hatte, weshalb ich hier ja auch um Meinungen zum weiteren Vorgehen gebeten habe. :)

    Wie bereits geschrieben, habe ich die Integration vorhin abgebrochen. Ich wollte nicht riskieren, dass Mogli in erlernte Hilflosigkeit kippt oder traumatisiert wird. Ich denke, ich werde ihm nun gleichaltrige Artgenossen suchen. Er hat sich im Moment jedenfalls vom Schreck erholt und baut sich gu tgelaunt Nestchen.

    Die parallele Integration läuft zum Glück gerade ziemlich gut: Moritz und die drei anderen Weibchen sind inzwischen schon recht gechillt.

    Danke für Deine Meinung - und ich finde es gut, dass Du kritisch auf die Transportmethode hinweist. Sie kann, unreflektiert und als alleinige Methode angewandt, Ratten mitunter tatsächlich eher schaden als helfen.

    Liebe Grüße
    Stupsnaeschen

  • Hast du denn keine Absperrung, die du zu einem kleinen Bereich zusammenstecken kannst? Das fände ich jetzt gut und da dann Mogli mit nur einer der Zicken und das mal beobachten. Wie üblich natürlich erst mal nur kurz. Vielleicht sind die nur im Team so zickig und Mogli kann dann seine Angst verlieren (hoffentlich).

    LG Beate :)

  • Hey,

    Ich bin absolut gegen trabo und Käfig intis. Da sie für die Tiere extrem stressig sind über einen längeren Zeitraum.

    Ich weiß es gibt zu den Inti Methoden unterschiedliche Meinungen auch unter Tierschützern.

    Gerade wenn die Methode für Mogli nicht gepasst hat würde ich bei ihm auf die klassische Inti mit neutralem Bereich und langsamen Zeit steigern gehen. Da ihm dann langsam die Zeit geben sich an die neuen zu gewöhnen. Das braucht dann halt Ausdauer und Geduld in der Inti und die Tiere wohnen halt ein paar Wochen länger nicht zusammen.

    Das du getrennt hast nachdem Mogli nur noch hinterm Klo saß ist definitiv die richtige Entscheidung gewesen.

    Gruß Anja
    Mit den Plüschpopos
    <3 Unvergessen: :kerze: Flecki, Cleany, Baby, Wilma, Rorry, Flash, Lilly, Leonie, Pira, Point, Fitz, Fatz, Wusel, Pinky, Tante Zoey, Mopsi, Nudel, Flap, Nancy, Flop, Flip, Sid, Manni, Scrat, Skittelz, Peaches, Elli, Erna, Piri, Kassandra, Olive, Oona, Oda, Berta, Mysterion, Ash, Spock, Flöhchen, Heri, Bruni, Hui und Elfi :kerze:

  • Hast du denn keine Absperrung, die du zu einem kleinen Bereich zusammenstecken kannst? Das fände ich jetzt gut und da dann Mogli mit nur einer der Zicken und das mal beobachten. Wie üblich natürlich erst mal nur kurz. Vielleicht sind die nur im Team so zickig und Mogli kann dann seine Angst verlieren (hoffentlich).

    Hallo,

    nein, Absperrung habe ich zur Zeit leider keine. Ich verwende da normalerweise eben Badezimmer (das ist klein genug). Mogli mit nur eine der Zicken über einen längeren Zeitraum zusammen zu lassen, wäre tatsächich auch noch eine Möglichkeit. In der Vergangenheit hatten allerdings auch Einzel-Inti-Versuche der Weibchen mit anderen Ratten nicht geklappt). Also grundsätzlich ist es bei ihnen eher nicht so, dass sie nur im Team stark sind. Wobei Moritz noch am ehesten mit einer Ratte fertig wurde. (Bei der laufenden Inti sogar mit drei. Das ist eh schon ein massiver Fortschritt für alle.)

    Danke für Deine Inspiration. Ich werde mir die Option auf jeden Fall ernsthaft noch mal durch den Kopf gehen lassen!

    Liebe Grüße
    Stupsnaeschen

  • Hey,

    Ich bin absolut gegen trabo und Käfig intis. Da sie für die Tiere extrem stressig sind über einen längeren Zeitraum.

    Ich weiß es gibt zu den Inti Methoden unterschiedliche Meinungen auch unter Tierschützern.

    Gerade wenn die Methode für Mogli nicht gepasst hat würde ich bei ihm auf die klassische Inti mit neutralem Bereich und langsamen Zeit steigern gehen. Da ihm dann langsam die Zeit geben sich an die neuen zu gewöhnen. Das braucht dann halt Ausdauer und Geduld in der Inti und die Tiere wohnen halt ein paar Wochen länger nicht zusammen.

    Das du getrennt hast nachdem Mogli nur noch hinterm Klo saß ist definitiv die richtige Entscheidung gewesen.

    Ich verstehe Dich sehr gut. Ich mag diese Integrationsmethoden selbst nicht sehr, wenn es anders besser geht. Die klassische TraBo-Methode alleine wende ich daher auch nicht an. Ich will ja meine Ratten integrieren und nicht brechen.
    Danke für Deine Deine Einschätzung. Definitiv braucht Mogli Zeit. Ich denke dabei tasächlich, dass ich ihm lieber passendere Kumpels dazu setzen werde.

    Liebe Grüße
    Stupsnaeschen

  • Guten Morgen,

    ich schließe mich meinen Vorrednern an und teile damit die Meinung von vielen. Die Trabo und Käfigmethode ist absolut schlecht für die Ratten und sollte weder empfohlen noch angewandt werden. Auch nicht „der Situation entsprechend.“ Und die Nothilfen habe ich schon lange satt, die andere an den Pranger stellen für etwaige Käfiggrößen oder Intimethoden die eben nicht schlecht sind, selber sind sie aber das grottigste Beispiel mit 50+ Ratten auf teils Einzimmerwohnungen.

    Nur weil es die anderen machen, ist es dann trotzdem nicht in Ordnung.

    So einen Steck-Auslauf gibt es für wenig Geld bei Amazon von Songmics oder Eugad und wird in wenigen Tagen geliefert. Daran scheitert es nicht.

    Du suchst nach Hilfe, es klappt momentan bei dir nicht. Vielleicht hattest du bisher in deiner Vorgehensweise einfach nur verdammtes Glück. Ich bin noch immer der Meinung, dass dir eine gängige Inti weiterhelfen wird.

    Ich wünsche dir trotzdem alles Liebe und viel Erfolg, vor allem deinen Ratten.

    Liebe Grüße

    Ann-Katrein

    Edited once, last by xharuhix (July 13, 2026 at 9:09 AM).

  • Guten Morgen Ann-Katrein,

    Ich verstehe den Gedanken gut, weil ich in meinen Haltungsanfängen selbst ähnlich dachte. Mittlerweile kann ich dem erfahrungsbedingt allerdings nicht mehr ganz zustimmen.

    Ich hatte einmal eine schwer traumatisierte Ratte übernommen, vor allem auf andere Ratten bezogen. Bei ihm wurde es durch die gängige Inti-Methode mit täglich wenigen Minuten an einem neutralen Ort - Badewanne bzw. auch die genannten Platten, die ich damals längere Zeit ausprobiert habe - nicht besser, sondern eher schlimmer. Das war im negativen Sinn sehr „faszinierend“ zu beobachten, da ich auch mit traumatisierten Menschen arbeite und die Reaktionen sehr ähnlich wirkten. Er dissoziierte sozusagen während der Inti: Er war kaum mehr ansprechbar, saß mit leerem Blick da und war nur durch äußere Reize wieder ins Hier und Jetzt zu holen. Erst durch eine Mischung aus Teil-Integration und Käfig-Integration wurde er mutiger und blieb ansprechbar genug, um sich eben nicht aufzugeben.

    Natürlich sind solche Methoden ebenfalls risikoreich. Das sind aber aus meiner Sicht alle Methoden, wenn man nicht gut hinschaut oder sie unpassend anwendet. Ich habe selbst schon Fehler bei Integrationen gemacht, das will ich gar nicht schönreden, und ich lerne gerne immer weiter dazu. Genau deshalb fixiere ich mich auch nicht starr auf eine Methode.

    Anfangs habe ich zum Beispiel fast immer die Wannenmethode angewandt. Ich hatte selten so nervöse und panische Tiere wie damals, weil die Wanne selbst vielen schon Angst machte - oft mehr als ein Inti-Käfig. Andere Ratten sind dafür bei neutralem Raum viel offener und würden durch andere Methoden zu schnell überfordert. Deshalb kombiniere ich inzwischen und passe an. Für mich ist Integration eher ein dynamischer Prozess als eine festgefahrene Methode X, die nur genau so funktionieren darf.

    Wie ich bereits geschrieben habe, würde ich die klassische TraBo-Methode nicht in dem Ausmaß durchziehen, wie sie im englischsprachigen Raum teilweise angewandt wird. Ich habe das ein einziges Mal halbwegs so gemacht, als ich noch unerfahrener war und mir diese Methode von außen empfohlen wurde. Ich habe heute noch ein schlechtes Gewissen deshalb. Es ging zwar alles gut, aber es war sehr stressig für die Tiere. Mein Ziel ist ja nicht, Ratten zu brechen, sondern Konfrontationen in einem sicheren Setting und nicht gefährlich zu stressen.

    Die Platten haben bei mir leider nicht gut funktioniert. Daher nehme ich mittlerweile lieber das Badezimmer als neutralen Kennenlernort, wenn ich die besonders langsame Methode anwende. Das ist derzeit wegen der erwähnten Ameisenköder wie gesagt leider gesperrt. Je nach Umständen nutze ich dann eben auch einen neutralen Käfig.

    Die Nothilfen waren nur ein Beispiel. Ich hätte auch allgemein „Tierschutz“ schreiben können. Gemeint waren Menschen, die schwierige Fälle haben und sich mit Zeitfenstern, Verträglichkeiten, Rudeldynamiken und Ausnahmefällen auseinandersetzen müssen. Ein monatelanges Vorgehen mit täglich fünf Minuten Badewanne kann sinnvoll sein, ist aber aus meiner Sicht nicht in jedem Sonderfall automatisch die erste Wahl. Deine Kritik an manchen Nothilfen kann ich übrigens durchaus nachvollziehen. Nicht alle Bedingungen und Sichtweisen im Tierschutz sind automatisch förderlich für die Tiervermittlung.

    Gestern war ich einfach unsicher, ob Abbruch oder nicht, weil objektiv nicht viel passiert ist: keine harten Kämpfe, kein Blutvergießen, nicht einmal ein richtiges Kneifen. Gleichzeitig war der Kleine aber massiv verunsichert, und genau dieses systematische Blockieren ist bei diesem Rudel leider ein fixes Muster, das ich so bei keinem Rudel zuvor erlebt habe. Selbst Beißer und genetisch bzw. charakterlich schwierige Ratten aus anderen Laboren bekam ich bislang mit Geduld früher oder später zahm und rudelfähig. Aber diese hier schienen mir lange wirklich kaum integrierbar.

    Dachte ich. Bis gestern. ;)

    Wie so vieles hier unberechenbar ist, ist es nun auch mit den dreien, bei denen die Integration noch weiterläuft. Sie und Moritz sind inzwischen tatsächlich so stabil, dass sich da allmählich ein Rudel bildet, worüber ich sehr froh bin. Wenigstens Moritz findet nun offenbar seinen Platz. Mogli dann eben mithilfe anderer, passenderer Kumpels. Das wäre jetzt mein Plan.

    Liebe Grüße
    Stupsnaeschen


    PS:
    Danke an alle für eure Antworten und Meinungen. :)
    Ich habe gestern selbst noch nicht geahnt, welche Wendungen sich hier auftun.

  • PS:
    Danke an alle für eure Antworten und Meinungen. :)
    Ich habe gestern selbst noch nicht geahnt, welche Wendungen sich hier auftun.

    Hi Stupsnaeschen,

    Vielleicht war das vorgestern dazu gut, dass wir Dich kennen lernen durften.

    Vielleicht magst Du ein Tagebuch eröffnen und uns somit erzählen wie es weiter geht mit Deinen Plüschnäschen.

    Ich bin sehr interessiert, auch Alternativen kennen zu lernen.

  • Danke schön!

    Ich glaube, ich habe hier vor langer Zeit sogar schon ein Tagebuch eröffnet. Aber ich habe schon ewig nichts mehr geschrieben. Wenn ich Zeit finde ... gerne. :)

    LIebe Grüße

    Stupsnaeschen

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